Blochziehen in Pichling

Das Blochziehen ist ein alter Faschingsbrauch der einem Fruchtbarkeitskult zu Grunde liegt. Namensgebend ist das „Bloch„, ein langer entrindeter und entästeter Baumstamm. Dieser steht für einen Pflug, der die Erde der Äcker für die Aussaat aufreißt und damit eine reiche Ernte beschwört. Ein Akt der besondere Fruchtbarkeit verheißen soll und den Frühlingsbeginn einläutet.

Daraus entwickelte sich der beliebte Brauch in der Ost- und Weststeiermark. Dabei galt, wenn im Dorf das ganze Jahr über keine Frau geheiratet hatte, muss eine Braut aus dem Wald geholt werden, die einen Junggesellen aus dem Ort ehelicht.

Ursprünglich fand dieser Brauch auch nur in jenen Jahren statt, in denen es im Vorjahr keine Hochzeit gegeben hat. Dabei zogen die „sitzen gebliebenen“ Burschen und Mädchen den festlich geschmückten Baumstamm die sogenannte „Bloch- oder Waldbraut“ durch die Straßen des Dorfes. Auf dem Stamm der „Bräutigam“ in Frack und Zylinder.

Der Urteilsspruch für die BlochzieherInnen:
„Weil wir nicht getreten in das Ehejoch, darum müssen wir ziehen das schwere Bloch“

Im Ortsteil Pichling wird das Blochziehen alljährlich vom Eisschützenverein organisiert und durchgeführt, wobei sich zahlreiche FaschingsliebhaberInnen beteiligen und mit teils ausgefallenen Verkleidungen die BesucherInnen zum schmunzeln bringen. Das einmalige am Blochziehen in Pichling ist auch, dass nicht wie man dies von Faschingsumzüge gewohnt ist, die Bevölkerung am Straßenrand steht und dem bunten Treiben zusieht, in Pichling zieht sozusagen der ganze Ortsteil mit. So bewegt sich die lustige Faschingsgesellschaft, begleitet von Musik und Luftschlangen durch ganz Pichling.